Hohe Kosten schrecken einige ab
Ausschuss sprach über Verlegung der Gemeindebücherei/ Ostermeiers Hof bleibt Option für Jugendliche
Die geplante Verlegung der Gemeindebücherei von Ostermeiers Hof in die Erich Kästner-Gesamtschule steht nach dem mehrheitlichen Beschluss des Ausschusses für Schule, Jugend, Familie und Kultur vom Dienstagabend in Frage. Ein Grund sind die hohen Kosten für einen Anbau dort und der unerwartet hohe Raumbedarf der Schule. Ob Ostermeiers Hof neues Domizil für die Jugendlichen in Kirchlengern werden soll - darüber gab es in der Sitzung durchaus unterschiedliche Auffassungen.
Zur Erinnerung: In der April-Sitzung hatte der der Ausschuss entschieden, die Gemeindebücherei mit der Schulbücherei in der Gesamtschule zusammen zu legen. Seinerzeit ging die Verwaltung davon aus, dass Klassenräume für die Gemeindebücherei umgenutzt werden können. Die Kosten hierfür (Planungsvariante 1) wurden mit 100.000 Euro angesetzt. In der Sitzung am 11. September informierte Michael Höke, Leiter des Fachbereichs Schule, Kultur, Sport, das Gremium über eine "noch nie zu verzeichnende Nachfrage" an der Gesamtschule, wonach der neue Jahrgang 4-zügig gefahren werden musste. Weiterer Raumbedarf ergebe sich durch die integrative Beschulung (Stichwort: Inklusion). "Eine Bücherei in bestehenden Räumen ist nicht möglich", machte Schulleiterin Antje Stuke deutlich.
Aus diesem Grund musste die Verwaltung umplanen. Karl-Heinz Saße, Fachbereichsleiter Planen, Bauen, erläuterte den Fraktionen am Dienstagabend die Planungsvariante 2, die einen Anbau an die Schulbibliothek beinhaltet - geschätzte Kosten 556.000 Euro. Hinzu kämen - wie bei Variante 1 - Kosten für den Umbau von Ostermeiers Hof von 100.000 Euro und für das Inventar 50.000 Euro - insgesamt also 706.000 Euro. Die Gemeindebücherei verfügt in Ostermeiers Hof über 227 qm. "In der Schule wären es trotz des Anbaus nur 148 Quadratmeter", so Saße.
Ute Mehrkühler (SPD) erklärte, sie habe schon im September ein Ausufern der Kosten befürchtet. Sie regte an, die Bücherei eventuell am alten Standort zu lassen und für die Jugendlichen an der Lübbecker Straße im Ortszentrum eine Lösung zu finden, zumal sich das Konzept für die Jugendarbeit geändert habe. Horst Hartmann (CDU) äußerte sich überrascht über die Entwicklung. "Wir hatten eine gute Lösung gefunden. Die sollten wird jetzt auch durchziehen." Auch bei einer "Jugendarbeit-Light-Variante" (wohl bezogen auf die Öffnungszeiten) an der Lübbecker Straße würden berechtigte Interessen aus der Nachbarschaft angemeldet. Ausschussvorsitzender Stefan Tödtmann (SPD) wies - wie zuvor Ute Mehrkühler - auf das überarbeitete Konzept für die Jugendarbeit hin, wodurch eine andere Situation entstanden sei. Sabine Burmann (Die Grünen) hofft auf eine zeitnahe Lösung für die Jugendlichen. "Ostermeiers Hof war es, was alle wollten." Jürgen Bunk (CDU) möchte wie Horst Hartmann die Bücherei-Lösung in der Schule umsetzen und den Jugendlichen so Sicherheit geben. Doch es gab auch Stimmen, für die Bücherei eventuell einen anderen Standort zu finden. Mobile Container zur Lösung der vorübergehenden Raumprobleme in der Gesamtschule schlug u.a. von Eckhard Grube (UWG) vor. Ihn schreckten wie andere auch die hohen Kosten ab. Eine Entscheidung soll nun erst in der November-Sitzung fallen.
Der Ausschuss beschloss mit 8 Ja- gegen 5 Nein-Stimmen, dass die Verwaltung für die nächsten 3,4 Jahre den Raumbedarf für die Schule und die Kosten hierfür ermitteln soll. Die Bücherei könne eventuell auch woanders untergebracht werden. In der anschließenden Sitzung des Bauausschusses wurde das Thema Bücherei daraus folgend von der Tagesordnung genommen.
© Erich Kästner-Gesamtschule Kirchlengern





