Kirchlengern. Vorsichtig nähert sich Eva-Maria in Begleitung von Löschgruppenführer Michael Ober-Kassebaum den mitten auf dem Schulhof lodernden Flammen und betätigt den Feuerlöscher. Weißes Pulver schießt heraus und im Handumdrehen ist von dem Feuer nur noch eine weiße Rauchwolke übrig, die nach einigen Sekunden verfliegt.
Das Löschen von Bränden mit verschiedenen Mitteln wie Wasser, Pulver und Löschschaum ist ein Teil des Aktionstages, den die Feuerwehr Kirchlengern jetzt zum zweiten Mal für die fünften Klassen der Erich Kästner-Gesamtschule veranstaltet. Auch die technische Hilfe bei Verkehrsunfällen ist ein wichtiges Thema. So erklärt Hauptfeuerwehrmann Matthias Kaiser einige Meter weiter mit Hilfe zweier schrottreifer Autos den gebannt zuhörenden Schülern die Handhabung der Hydraulikschere. Mit diesem Rettungsgerät werden bei einem Verkehrsunfall im Fahrzeug eingeklemmte Personen befreit. Zusammen mit dem elfjährigen Niklas Neiss trennt Kaiser mit der Schere den Seitenholm des Autos erfolgreich ab.
"An einer dritten Station können die Schüler die Wasserabgabe durch Strahlrohre üben", erläutert Klaus Westerholz, Löschgruppenführer der Feuerwehr Kirchlengern-Mitte. "Zudem gibt es im Innern der Schule drei Theorie-Stationen. Dort erklären wir zum Beispiel das Brandverhalten von verschiedenen Baustoffen oder zeigen auf, wie die Schutzausrüstung der Feuerwehrleute funktioniert", so Westerholz.
Camie von Alm, Schülerin der 10. Jahrgangsstufe, ist seit sieben Jahren Mitglied bei der Jugendfeuerwehr. Die 17-jährige gibt den Schülern Tipps, wie man mit dem Feuerwehrschlauch umgeht. "Wenn man es erst einmal richtig erklärt hat, klappt das schon ganz gut", meint von Alm. Die Schüler haben jedenfalls ihren Spaß und machen so ausgiebig Gebrauch vom Schlauch, dass der 3.000 Liter fassende Tank der Fahrzeuge bereits nach einer knappen Stunde komplett leer ist.
© Erich Kästner-Gesamtschule Kirchlengern





