Gemeindearchivar Volker Heidemann (v. l.), Schulleiterin Antje Stuke, Geschichtslehrer Wolfgang Böhm, Sergej Huckenheimer, Julia Tutschkow, Christoph Kaufer und Jan Burdich zogen gemeinsam Bilanz.
Ein Stück Weltgeschichte in Kirchlengern
Nach gelungener Ausstellung zum 1. Weltkrieg wollen Gemeindearchiv und Gesamtschule einen Kooperationsvertrag schließen
Kirchlengern (thom). Viel Freizeit und Mühe haben die elf Schülerinnen und Schüler der Erich Kästner-Gesamtschule in die Vorbereitungen zu der Ausstellung „1. Weltkrieg in Kirchlengern“ gesteckt. Anhand von Gedenkblättern machten die Zehntklässler die Nachkommen gefallener Soldaten ausfindig und fragten nach Erinnerungsstücken aus der Zeit,um sie als Exponate für die Ausstellung zu leihen. Zusammen mit Geschichtslehrer Wolfgang Böhm und Kirchlengerns Gemeindearchivar Volker Heidemann trugen sie Karten und Bilder, Frontkoffer und Gasmasken, Briefe und unzählige Erinnerungen zusammen. In der Neuen Westfälischen berichtete die Gruppe von ihrem Projekt „und dadurch kam eine Welle der Unterstützung in Gang“, sagt Böhm. „Wir hatten anfangs nicht erwartet, dass das Projekt solche Ausmaße annehmen würde“, so Volker Heidemann. „Aber wir freuen uns natürlich über die große Anteilnahme.“ Die war auch während der eigentlichen Ausstellung enorm. Vom19. Mai bis zum 6. Juni waren die Exponate zu sehen. Insgesamt zwei Wochen im Foyer der Schule und eine Woche im Rathaus. Etwa 600 Besucher kamen, um den Einfluss des Ersten Weltkriegs auf Kirchlengern zu erforschen. „Das Publikum war altersmäßig recht gemischt“, sagt Schülerin Julia Tutschkow. Die Schüler waren vor Ort und beantworteten Fragen zur Herkunft der Ausstellungsstücke und zu Daten und Zahlen des Krieges. „Die älteren Besucher konnten uns aber Teile aus ihrer Familiengeschichte dazu erzählen“, sagt Sergej Hockenheimer. Ein Austausch zwischen den Veranstaltern und den Besuchern entstand also durch die Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Gemeindearchiv. Jetzt beschlossen beide Seiten, auch in Zukunft eine Partnerschaft einzugehen. „Wir werden noch in diesem Jahr einen Kooperationsvertrag schließen“, sagt Schulleiterin Antje Stuke. „Bei zukünftigen Projekten von Archiv und Schule kann die Erich Kästner-
Gesamtschule dadurch vom Land NRW unterstützt werden“, erklärt Volker Heidemann. Die geliehenen Exponate haben die Schüler mittlerweile an die Eigentümer zurück gegeben. Zusammen mit dem Gemeindearchiv stellte die Schule aber ein „Findbuch“, einen Katalog zusammen, in dem alle Exponate verzeichnet sind. Die Zehntklässler sind mittlerweile fertig mit der Schule. Aber neue Projekte werden schon geplant.




