Suchtpräventionstag an der EKG

Suchtpräventionstag an der EKG

Kirchlengern (thom). Verwirrend war das. Und bedrückend. Beim Suchtpräventionstag in der Gesamtschule Kirchlengern berichteten Betroffene aus ihrem Leben. Sieben Schülerinnen und Schüler erzählten in der Nachbesprechung, wie sie damit umgehen.
Die meisten der Suchtkranken, die freiwillig ihre Erlebnisse preisgaben, waren älter als die Jugendlichen, die ihnen gegenübersaßen. Angefangen mit Alkohol, Marihuana oder auch mit Computerspielen hatten sie aber im Alter der Schülerinnen und Schüler. „Es bedarf einer gewissen Reife und Entwicklung, um darüber sprechen zu können“, erklärte Margret Albsmeier, die Sozialpädagogin der Gesamtschule, die sich maßgeblich um die Organisation des Suchtpräventionstages gekümmert hat. Insgesamt sechs Stationen gab es. In Gruppen besuchten die Achtklässler jeweils drei. Dabei waren sie in Mädchen- und Jungengruppen aufgeteilt. „Das haben wir extra so gemacht, damit offener gesprochen wird“, sagte Albsmeier.

Nicht alle Gruppen konnten dabei alle Stationen besuchen. Die Mädchen sollten zum Beispiel mit der Problematik von Essstörung konfrontiert werden, da sie das eher betrifft. „Ich hätte gerne an der Station zur Mediensucht teilgenommen, das Thema finde ich aktuell und spannend“, sagte Anna-Lena Kuhlmann. Stattdessen war sie bei „Party Time“, wo den Jugendlichen gezeigt wurde, wie man tolle Cocktails auch ohne Alkohol mixen kann.

In die Nähe von Drogen kommen die Achtklässler scheinbar schon hin und wieder. „Hasch und Marihuana sind nichts Ungewöhnliches“, waren sich die Sieben in der Nachbesprechung einig, „das wird von vielen in unserem Alter konsumiert.“ Wie sehr solch ein leichtfertiger Umgang mit Einstiegsdrogen aber schaden kann und wo das hinführt, erlebten die Schülerinnen und Schüler durch die Schilderungen der Betroffenen. Die Mitarbeiterin der Drogenberatungsstelle Herford beantwortete an ihrer Station offene Fragen. „Das war die beste Station, weil uns Frau Gärtner keinen Vortrag gehalten hat, sondern auf alles eingegangen ist, was wir wissen wollten“, sagte Ralf Brand.

Ein wichtiger Punkt, von dem auch Jugendliche oft betroffen sind, ist die Co-Abhängigkeit. Wenn ein Familienmitglied süchtig ist, ändert das das Leben der gesamten Familie. „Beim nächsten Suchtpräventionstag wollen wir versuchen, auch Co-Abhängige einzuladen, um den Schülerinnen und Schülern auch die Seite der Sucht zu verdeutlichen“, plant Margret Albsmeier für das kommende Jahr.
Die 14- bis 15-Jährigen wurden nach dem Suchtpräventionstag befragt und füllten einen Evaluierungsbogen aus. 70 Prozent der Teilnehmer gaben an, durch den Aktionstag Neues erfahren zu haben. „Und es wurde deutlich, dass die Jugendlichen noch mehr Informationen möchten.“

© Erich Kästner-Gesamtschule Kirchlengern